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Tschiste

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1

Donnerstag, 27. Mai 2010, 19:11

Fliegenschnüre

Eine Fliegenschnur scheint ein ziemlich einfaches Produkt zu sein- kaum mehr als Kunststoff rund um ein dünnes Stück Schnur geklebt. Das ganze sollte schwimmen (kleine Gasblasen im Coating) oder sinken (Tungstenstaub im Coating) Allerdings in dieser scheinbaren Einfachheit steckt viel Technologie und Entwicklung . Der ganze Ablauf der Herstellung ist dem Kerzen ziehen sehr ähnlich
Die Seele (das Innenleben der Fliegenschnur) wird in eine heiße PVC ( nur die Fa Airflo verwendet Polyurethan) Mischung getaucht dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt bis das Coating die richtige Stärke hat. Bei einer Keulenschnur wird dann auch so der Belly (Keule) gebildet.
Anschließen wird die Schnur „gebacken“ da erreicht sie dann das glatte Oberflächenfinish, das sie gut schießt.

Der Aufbau einer Keulenschnur (WF)

Core: Seele, geflochtene Schnur im inneren
Coating: Hülle
Running line: eine gleichmäßig dicke Schnur (der hintere Teil nach der Keule)
Back Taper: Übergang von der Running Line zur Keule
Belly: die eigentliche Keule
Front Taper: Übergang von der Keule zum Tip
Tip: Spitze der Fliegenschnur

Fliegenschnüre sind in verschiedenen Querschnittsverläufen erhältlich, die durch spezielle Kürzel gekennzeichnet werden. Die üblichen Formen sind:

• L (level, der Schnurquerschnitt bleibt über die gesamte Länge gleich)
• DT (double taper, beidseitig verjüngt)
• ST (single taper, einseitig verjüngt)
• WF (weight forward, auch Keulenschnur genannt, die Schnur wird nach vorne keulenförmig dicker)
• TT (triangle taper, ähnlich der WF mit länger gezogenem Fronttaper)
• Schussköpfe

Die größte Verbreitung besitzen WF- und DT-Schnüre. WF-Schnüre lassen sich leichter und weiter werfen, während DT-Schnüre ein sanfteres Ablegen der Schnur auf dem Wasser ermöglichen, was bei kleinen Gewässern und scheuen Fischen vorteilhaft sein kann. Zudem lässt sich eine DT-Schnur noch einmal gleich lange in umgekehrter Richtung verwenden, wenn ein Ende stark abgenutzt ist.
Eine weitere Einteilung der Schnüre erfolgt nach dem Auftriebsverhalten in schwimmende (F, floating) und sinkende (S, sinking) Schnüre.
Bei sinkenden Schnüren werden verschiedene Sinkgeschwindigkeiten angeboten, zudem gibt es auch noch sogenannte Sinktip- (die ersten Meter sinken ein) und Intermediate (in definierter Wassertiefe schwebende)-Schnüre. Schwimmschnüre sind am weitesten verbreitet, da ihre Handhabung leichter ist als die von Sinkschnüren und die meisten Gegebenheiten am Wasser sich mit einer Schwimmschnur meistern lassen.
Die länge der schnüre beträgt je nach Hersteller und Modell zwischen 18m und 35m.
Die Schnüre werden nach ihrem Gewicht in so genannte AFTMA-Klassen unterteilt.

Diese Liste läßt sich noch endlos weiterführen, es sind aber die wichtigsten Grundtypen aufgezählt, die man als Anfänger kennen sollte.

Pflege:

Die Schnur sollte nach jedem Angeln mit dem entsprechenden Schnurreiniger gereinigt werden und wenn man länger nicht Angeln geht empfiehlt es sich die Schnur von der Rolle zu ziehen und in großen Klängen aufzuhängen, ich habe dafür eine halbe Fahrradfelge an der Kellerwand. Das alles erhöht die haltbarkeit der wertvollen Schnur um einiges.


Meine empfehlung für Anfänger lasst euch nicht abschrecken wenn die Schnur mit € 60 oder mehr ausgeschrieben ist, sie ist mehr Wert als Rute und Rolle zusammen, ohne gute Schnur ist es eine Katastrophe, Für Anfänger und Profi.
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  • Fly_Line_Profiles.jpg (30,61 kB - 1 132 mal heruntergeladen - zuletzt: 1. März 2017, 19:41)

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2

Donnerstag, 27. Mai 2010, 19:14

]hiChristian


/ToP


Sehr Verständlich Geschrieben kL$

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3

Donnerstag, 27. Mai 2010, 20:24

Ergänzend gibt es noch die Long Belly (LB), ich fische diese Schnüre bei Klasse 3, 5 & 6.

Sie sind ein Mittelmaß zwischen der klassischen DT und der WF, sie lässt sicht gut auf Weite bringen, bringt aber auch Trickwürfe sauber raus wo sie hin sollen.
Ich schnapp mir die Fliege und geh fischen.

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4

Freitag, 28. Mai 2010, 10:24

Gibts nichts zu meckern!

Io)
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Freitag, 28. Mai 2010, 10:45

Hey Christian ! /ToP

Erste Sahne dein Beitrag und sehr hilfreich für alle die sich

das schön Hobby Fliegenfischen aneignen möchten.

Lg. Peter

Tschiste

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Freitag, 28. Mai 2010, 10:46

:O Danke euch, macht Spaß sowas aufzubereiten

eod-iedd

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7

Freitag, 28. Mai 2010, 20:40

Io) Io) Io)

Danke Christian!
Echt super aufbereitet das Thema.
Weiter so ich kann jede Info zum Fliegenfischen gut
gebrauchen.
Wenn das Wetter so halbwegs mitspielt,
werde ich morgen mein Glück mal versuchen.
Sorry!
Meine Rechtschreibung ist miserabel, aber ich ging schon
als Kind lieber Angeln als zur Schule!!!

http://www.fliegenwachler.jimdo.com

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Donnerstag, 17. Januar 2013, 15:49

Jetzt hole ich diesen interessanten Beitrag wieder aus der Versenkung - wär schade drum.

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Donnerstag, 17. Januar 2013, 16:08

Super!


Ein Hauptanfängerfehler ist es wenn bei der Schnur gespart wird.
Ein Freund von mir hat letztes Jahr eine tolle Rute gekauft,die Rolle war passabel und die Schnur ein supa Dupa Angebot um 20 Euro(oder wars weniger).
Die ganze tolle Kombi war durch die Schnur versaut,wir verglichen unsere 3er Kombos(seine Rute war eine ganz tolle Markenrute)und...........

deswegen:wenn sparen,dann eher noch bei der Rolle und der Rute aber nie bei der Schnur.

Eine schlechte Rute mit einer super schnur geht noch,aber umgekehrt sicher nicht.

Ausnahmen bestätigen aber wie immer die Regel.
Huchen muß man suchen!

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Donnerstag, 17. Januar 2013, 17:40

@ Christian Super gemacht!
Noch ein kleiner Tipp für Anfänger. Schnüre sind nicht umbedingt billig. Man kann aber bei guter Pflege der Schnüre die Lebensdauer einer Schnur um einiges verlängern. Ich Pflege meine Schnüre mit einen Schnurpflegemittel. Das habe ich schon einge Jahre und es war nicht sonderlich teuer. Ich Säubere sie so 3 bis5 x im Jahr. Es ist immer eine Überraschung wieviel Schmutz sich auf der Schnur befindet. Die Wurfeigenschaften sind nach den reinigen auch viel besser.
Lg Willi